Besuch bei Macallan

Besuch bei Macallan

Macallen – new home of the brand

Wer die Kristallwelten in Wattens oder die BMW Welt in München kennt, wird einige deja vus erleben. Macallen hat sich architektonisch und gestalterisch ein Flagschiff der Extraklasse gebaut. Zu 2/3 in die Erde versenkt, den umgebenden Hügeln angepasst geschwungene Aussenfassaden und begrüntes Dach machen das Gebäude von Weitem nahezu unsichtbar.

Beim Eintritt wird man zurückhaltend freundlich begrüsst, willkommen geheissen und auf das Tour- sowie sonstige Angebot hingewiesen. Ebenso eröffnet die vollständig verglaste Fassade freien Blick auf die klinisch reinen (Schau-?)Produktionsflächen.

Ein Blick genügt – nein, wir wollen keine Tour durch die Fabrik. Wir sind in einem Gemütszustand zwischen Staunen, Resignation und … nun ja, unaussprechlich ambivalenter Fragezeichen.
Ist das noch das, was man traditionell mit Single Malt Whisky verbindet? Oder Disneyland für eine oberflächlich zu begeisternde Zielgruppe? Welche Rolle spielt der Inhalt der Flaschen und welche die Verpackung? Ist das noch Qualität im Sinne des Geschmacks oder perfektes Marketing?

Wir wandern vorbei an wunderschönen, ausgefallenen Flakons (Flaschen wäre ein zu profaner Ausdruck) in sehr sehr aufwändiger Umverpackung, an aktuellen Abfüllungen – ohne Jahres-, Fass- oder sonstiger üblicher Whiskyangaben, was wir stattdessen lesen ist eine eingängige Prosabeschreibung, woran der Geschmack des Whiskies erinnern soll, der zugehörige Karton illustriert die Story – hochwertigst in Hoch- und Tiefprägung, umlaufender Heissfolienprägung, partiellem Relieflack. Hier hat das Marketing ganze Arbeit leisten dürfen.

Wir ertappen uns dabei, wie wir einen Moment von diesem Budget träumen…
und sind uns sehr sicher, dass wir es zu 100% ins Produkt (also in den Whisky, der sich IN der Flasche befindet) investieren würden.

Let taste rule.

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